100 Jahre AWO

Foto: Feierten 100 Jahre AWO (von links): Gisela Kucknat, Heike Brünnich, Wolfgang Stadler, Andreas Jürgens, Dr. Wiebke Esdar (MdB), Prof. Dr. Jürgen Mittag, Achim Post (MdB), Stefan Schwartze (MdB), Elvan Korkmaz-Emre (MdB) und Angela Lück (MdL)

100 Jahre AWO sind ein Grund zum Feiern. Aber auch ein Blick auf die Höhen und Tiefen in der Geschichte des Verbands sollte dabei nicht fehlen. Was die Vergangenheit die AWO geprägt hat, aber auch wie die Zukunft gestaltet werden soll, haben Mitglieder sowie Vertreter der Politik am im Zuge eines Neujahrsempfangs zum 100jährigen Bestehen geworfen.

Die Werte der Arbeiterwohlfahrt, aber auch die Notwendigkeit des ehren- und hauptamtlichen Engagements standen dabei ganz besonders im Fokus. „Denn ohne Menschen, die sich sozial engagieren würde unsere Gesellschaft ganz anders aussehen“, betonte der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze als einer von vielen Rednern. Die AWO sei in diesem Zusammenhang von ganz besonderer Bedeutung für die Region. „Diese Region ist ohne die AWO nicht mehr vorstellbar“, sagte er.

Dem konnte sich auch die Bundestagsabgeordnete Dr. Wiebke Esdar nur anschließen: „Weil wir heute ganz besonders darauf angewiesen sind, dass es Menschen gibt, die sich sozial und ehrenamtlich engagieren“, sagte sie. Die AWO sei hier ein besonders starker Partner für die Region. „In einer Zeit, in der Rechtsradikalismus wieder ein Thema ist, braucht es eine Gesellschaft, die sozial miteinander ist, ganz besonders. Denn eine solche Gemeinschaft driftet nicht so schnell auseinander“, betonte auch die Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz-Emre. Die Werte der AWO – Gleichheit, Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit und Toleranz – seien heute von besonderer Notwendigkeit. „Und wir können dankbar sein, dass es Menschen gibt, die genau das durch die AWO in die Gesellschaft tragen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Achim Post.

Diesen Worten konnte sich auch die Landtagsabgeordnete Angela Lück nur anschließen. „Wir sollten uns Tag für Tag auf diese wichtigen Worte berufen“, sagte sie und lobte gleichzeitig das Engagement der AWO in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen. „Da ist die AWO sicherlich ein Vorreiter“, sagte sie.

Welche besonderen Ereignisse und Bewegungen die AWO in den vergangenen 100 Jahren geprägt und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, erläuterte Prof. Dr. Jürgen Mittag, der den Anwesenden wesentliche Meilensteine der Geschichte der AWO aufzeigte. „Wenn wir uns das heute ansehen, können wir sagen, dass die AWO ein Wohlfahrtsverband in voller Entwicklung ist“, sagte er.

Wie diese Entwicklung aktuell aussieht, schilderte Wolfgang Stadler, Vorsitzender des AWO-Bundesverbands. „Unsere Werte sollen auch künftig ganz vorne stehen. Aber wir wollen uns auch mit anderen Themen auseinandersetzen“, sagte er. So sei das Thema Nachhaltigkeit in den vergangenen Monaten zunehmend in den Fokus der AWO geraten und nun auch im erst vor wenigen Wochen verabschiedeten, neuen Grundsatzprogramm verankert worden. „Wir haben es mit dem Grundwert der Gerechtigkeit verknüpft“, erklärte er. „Denn Klimaschutz ist eine Frage der Gerechtigkeit“.

Neben vielen lobenden und dankenden Worten ließ er aber auch aktuelle Schwierigkeiten nicht außen vor und bezog Stellung zu Vorwürfen gegenüber der AWO in anderen Regionen. Diese waren zuletzt insbesondere in Wiesbaden und Frankfurt an die Öffentlichkeit geraten. „Wir werden hier für die nötige Kontrolle und Transparenz sorgen“, sagte er.

Dass es innerhalb der AWO OWL aktuell eher Erfreuliches zu berichten gibt, erläuterten zum Abschluss Gisela Kucknat, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Herford und Heike Brünnich, Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten innerhalb der AWO OWL. So habe es im vergangenen Jahr zahlreiche Angebote und dadurch entstandene Kontakte der Ortsvereine im Kreis Herford gegeben. „Wir haben sehr viele Menschen erreicht“, sagte Kucknat. Nun sei es wichtig, in die Zukunft zu schauen und dabei auch neue Formen der Vereinsarbeit zu finden, um wieder mehr jüngere Mitglieder zu gewinnen. „Denn natürlich haben auch wir mit sinkenden Mitgliederzahlen und einem hohen Altersdurchschnitt zu kämpfen“, sagte sie.

In Bezug auf die Arbeit der Kindertagesstätten der AWO in OWL konnte Heike Brünnich mit der Einführung und Begleitung von Integrationsbegleiterinnen ein besonders erfolgreiches Projekt der vergangenen Jahre vorstellen. „Wir haben eine Vielzahl von Frauen mit Fluchterfahrung erreicht, die wir zu Integrationsbegleiterinnen schulen konnten. Dieses Projekt ist so erfolgreich, dass es zunehmend gewachsen ist“, sagte sie.

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