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Gutachten belegt: Pflege-Bürgerversicherung rechnet
sich! |
"Dieses Ergebnis beweist, dass die
Pflege-Bürgerversicherung nicht nur gerecht, sondern auch ohne zusätzliche
Kosten umsetzbar ist“, begrüßt der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler
das Resultat eines Gutachtens von Professor Heinz Rothgang.
„Die Pflege-Bürgerversicherung kann allen Bürgern
eine ausreichende Absicherung gewährleisten und macht eine private
Zusatzversicherung überflüssig“, erklärt Rothgang. „Während der
Bundesgesundheitsminister seit Monaten kein Konzept für eine nachhaltige
Versorgung im Falle einer Pflegebedürftigkeit zustande bringt, kann die AWO
jetzt beweisen, dass die Pflege-Bürgerversicherung den Beitragssatz sogar
bis 2050 unter drei Prozent stabilisieren würde“, versichert Stadler.
Die AWO beauftragte Professor Heinz Rothgang von der
Uni Bremen, die finanzielle Machbarkeit einer Pflege-Bürgerversicherung zu
prüfen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine Pflege-Bürgerversicherung
sogar Leistungsverbesserungen für pflegebedürftige Menschen und ihre
Angehörigen möglich machen würde. „Das grundsätzliche Problem der Sozialen
Pflegeversicherung liegt in ihrer Einnahmeschwäche. Die Mehreinnahmen, die
wir durch die Einbeziehung der gesamten Bevölkerung, die Verbeitragung aller
Einkommensarten in einer Säule und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze
auf die derzeit in der Rentenversicherung geltende Höhe von 5.500 Euro pro
Monat erzielen, lösen dieses Problem. Auch die sofortige Umsetzung des neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriffes wird möglich“, betont Stadler. „Selbst wenn
weitere Leistungsverbesserungen vorgenommen, alle Leistungen dynamisiert und
sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 verdoppeln würde, kann mit der
Pflege-Bürgerversicherung der Beitragssatz bis 2050 unter drei Prozent
gehalten werden“, ergänzt Prof. Rothgang.
Die AWO fordert seit langem die Einführung einer
Pflege-Bürgerversicherung als solidarische Finanzierungsgrundlage in der
Pflegeversicherung. „Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verminderung
von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit“, betont Stadler. Die
Umwandlung der Sozialen Pflegeversicherung in eine Bürgerversicherung würde
die strukturelle Einnahmeschwäche an der Wurzel packen, da ein Übertritt in
die Private Pflegeversicherung dann nicht mehr möglich wäre und auch eine
sinkende Lohnquote durch Berücksichtigung aller Einkommensarten nicht mehr
zu einer Verringerung der beitragspflichtigen Einnahmen führen würde.
„In der Pflegeversicherung macht die Aufteilung in
eine gesetzliche und eine private Versicherung überhaupt keinen Sinn mehr,
da das Leistungsrecht beider Systeme absolut identisch ist. Das kostet nur
unnötig Geld“, erklärt Stadler. Die Pflege-Bürgerversicherung würde hingegen
bei einer sofortigen Einführung ohne Berücksichtigung von
Übergangsregelungen den zum Budgetausgleich notwendigen Beitragssatz um 0,4
Beitragssatzpunkte reduzieren. „Deshalb fordert die AWO die Politik und
insbesondere Minister Bahr auf, endlich zu handeln und die
verfassungskonforme Umsetzung einer Pflege-Bürgerversicherung auf den Weg zu
bringen“, bekräftigt der AWO-Bundesvorsitzende.
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Gutachten...
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