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AWO International leistet Hilfe in Haiti: eine
Zwischenbilanz
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"Wir
befinden uns gerade auf dem Rückweg von Petit Goave über Léogâne nach
Port-au-Prince. Überall sieht man eingestürzte Häuser und Gebäude. Immer
wieder kommen wir an Lagern mit Notunterkünften vorbei. Die Menschen hausen
mitten auf den Straßen unter Plastikplanen und Decken oder in Zelten, die
Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt haben. Einige haben sich aus dem
wenigen, was sie finden konnten, Hütten zusammen gezimmert. Aber auch die
Menschen, deren Häuser noch stehen, übernachten oft aus Angst vor Nachbeben
im Freien. Gestern Abend gab es erneut ein Erdbeben der Stärke 4,6. Wenn wir
durch die Straßen fahren, rufen uns die Menschen zu: 'Wir haben Hunger! Wir
brauchen Essen! Wann kommt ihr zu uns und helft?'“, berichtet unsere
Mitarbeiterin Nicole Bergmann.
Seit
zwölf Tagen befindet sich Nicole Bergmann zusammen mit Axel Schmidt im
Hilfseinsatz in Haiti. Von Santo Domingo (Dominikanische Republik) aus haben
die beiden einen LKW-Transport mit 28 Tonnen Hilfsgütern und fünf Tonnen
Nahrungsmitteln (beides Spenden aus Indonesien und Costa Rica) auf den Weg
nach Haiti gebracht. Unterstützung erhielten sie dabei vom
Katastrophen-Einsatzteam der DHL. Das Unterfangen war nicht einfach, wie
Nicole Bergmann berichtet: „Auf den Straßen türmen sich die Trümmer der
eingestürzten Gebäude. Viele Straßen sind versperrt, ein Durchkommen ist
kaum möglich. Die ganze Infrastruktur ist zusammengebrochen, die
Kommunikation ist schwierig. Es herrscht überall Chaos.“
Was vor Ort
gut funktioniert, ist die Zusammenarbeit der Mitgliedsorganisationen von
Aktion Deutschland Hilft (ADH): Mitarbeiter/innen der adventistischen
Hilfsorganisation ADRA, des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und von AWO
International führten gemeinsam mehrere Verteilungen von Hilfsgütern und
Lebensmitteln in der Stadt Petit Goave, 50 km westlich von Port-au-Prince
gelegen, durch. Nach Auskunft von Nicole Bergmann hat das Beben dort 1 300
Tote gefordert. Mindestens die Hälfte der Bevölkerung sei vom Erdbeben
unmittelbar betroffen: „Viele Häuser stehen unter Wasser. Die Leute leben
auf der Straße und versuchen irgendwie über die Runden zu kommen. Und sie
haben alle Hunger!“ Bisher konnten 890 Familien in Petit Goave mit
Lebensmitteln wie Reis, Maismehl, indonesischen Fertiggerichten und
proteinhaltigen Keksen und 700 Familien mit Hygiene-Artikeln versorgt
werden.
Aus dem
Hilfstransport von AWO International erhielten auch ein Ärzte-Team der
Dresdener Hilfsorganisation arche noVa und zwei Krankenhäuser in
Port-au-Prince Medikamente und Lebensmittel. Außerdem konnten in
Port-au-Prince insgesamt über 1 000 Kinder in drei Waisenhäusern mit 320 kg
Lebensmitteln (Fischkonserven und Bohnen) versorgt werden. Einer mobilen
Klinik wurden Feldbetten, Matten, ein Zelt und Medikamente übergeben.
Im
Gebiet rund um Petit Goave sind in den nächsten Wochen weitere Verteilungen
geplant. Organisationen des Bündnisses ADH werden dort voraussichtlich auch
ihre langfristigen Maßnahmen für einen nachhaltigen Wiederaufbau
konzentrieren und ihre Kräfte bündeln. AWO International wird möglicherweise
den Wiederaufbau einiger Schulen unterstützen, die vom Erdbeben komplett
zerstört wurden. Doch noch ist die Bestandsaufnahme nicht abgeschlossen.
Spenden
für Haiti sind weiterhin dringend nötig
Der AWO
Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler hat bereits zu Spenden für die
Erdbebenopfer aufgerufen: „Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt und
durch die Naturkatastrophe erneut schwer getroffen. Die Menschen dort sind
besonders auf unsere Solidarität angewiesen.“ Auch Rudi Frick, Vorsitzender
von AWO International, bittet die Mitglieder um großzügige Spenden für einen
erfolgreichen Hilfseinsatz von AWO International in Haiti, denn: „Es wird
noch lange Zeit internationale Hilfe und Finanzmittel erfordern, bis sich
die Lage in Haiti wieder normalisiert.“
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