Berlin/Haiti, 11.02.2010

Kids & Co | Reise & Kur | Bildung | Senioren | Wir helfen | Kreisverband

Kreisverband Herford e.V. Hermannstraße 10
32130 Enger  
Telefon (05224) 91234-0
Fax (05224) 91234-25

Kontaktformular
Home > Kreisverband > Archiv > 2010 > Berlin/Haiti, 11.02.2010
 

AWO International leistet Hilfe in Haiti: eine Zwischenbilanz

"Wir befinden uns gerade auf dem Rückweg von Petit Goave über Léogâne nach Port-au-Prince. Überall sieht man eingestürzte Häuser und Gebäude. Immer wieder kommen wir an Lagern mit Notunterkünften vorbei. Die Menschen hausen mitten auf den Straßen unter Plastikplanen und Decken oder in Zelten, die Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt haben. Einige haben sich aus dem wenigen, was sie finden konnten, Hütten zusammen gezimmert. Aber auch die Menschen, deren Häuser noch stehen, übernachten oft aus Angst vor Nachbeben im Freien. Gestern Abend gab es erneut ein Erdbeben der Stärke 4,6. Wenn wir durch die Straßen fahren, rufen uns die Menschen zu: 'Wir haben Hunger! Wir brauchen Essen! Wann kommt ihr zu uns und helft?'“, berichtet unsere Mitarbeiterin Nicole Bergmann.

Seit zwölf Tagen befindet sich Nicole Bergmann zusammen mit Axel Schmidt im Hilfseinsatz in Haiti. Von Santo Domingo (Dominikanische Republik) aus haben die beiden einen LKW-Transport mit 28 Tonnen Hilfsgütern und fünf Tonnen Nahrungsmitteln (beides Spenden aus Indonesien und Costa Rica) auf den Weg nach Haiti gebracht. Unterstützung erhielten sie dabei vom Katastrophen-Einsatzteam der DHL. Das Unterfangen war nicht einfach, wie Nicole Bergmann berichtet: „Auf den Straßen türmen sich die Trümmer der eingestürzten Gebäude. Viele Straßen sind versperrt, ein Durchkommen ist kaum möglich. Die ganze Infrastruktur ist zusammengebrochen, die Kommunikation ist schwierig. Es herrscht überall Chaos.“

Was vor Ort gut funktioniert, ist die Zusammenarbeit der Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft (ADH): Mitarbeiter/innen der adventistischen Hilfsorganisation ADRA, des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und von AWO International führten gemeinsam mehrere Verteilungen von Hilfsgütern und Lebensmitteln in der Stadt Petit Goave, 50 km westlich von Port-au-Prince gelegen, durch. Nach Auskunft von Nicole Bergmann hat das Beben dort 1 300 Tote gefordert. Mindestens die Hälfte der Bevölkerung sei vom Erdbeben unmittelbar betroffen: „Viele Häuser stehen unter Wasser. Die Leute leben auf der Straße und versuchen irgendwie über die Runden zu kommen. Und sie haben alle Hunger!“ Bisher konnten 890 Familien in Petit Goave mit Lebensmitteln wie Reis, Maismehl, indonesischen Fertiggerichten und proteinhaltigen Keksen und 700 Familien mit Hygiene-Artikeln versorgt werden.

Aus dem Hilfstransport von AWO International erhielten auch ein Ärzte-Team der Dresdener Hilfsorganisation arche noVa und zwei Krankenhäuser in Port-au-Prince Medikamente und Lebensmittel. Außerdem konnten in Port-au-Prince insgesamt über 1 000 Kinder in drei Waisenhäusern mit 320 kg Lebensmitteln (Fischkonserven und Bohnen) versorgt werden. Einer mobilen Klinik wurden Feldbetten, Matten, ein Zelt und Medikamente übergeben.

Im Gebiet rund um Petit Goave sind in den nächsten Wochen weitere Verteilungen geplant. Organisationen des Bündnisses ADH werden dort voraussichtlich auch ihre langfristigen Maßnahmen für einen nachhaltigen Wiederaufbau konzentrieren und ihre Kräfte bündeln. AWO International wird möglicherweise den Wiederaufbau einiger Schulen unterstützen, die vom Erdbeben komplett zerstört wurden. Doch noch ist die Bestandsaufnahme nicht abgeschlossen.

Spenden für Haiti sind weiterhin dringend nötig

Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler hat bereits zu Spenden für die Erdbebenopfer aufgerufen: „Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt und durch die Naturkatastrophe erneut schwer getroffen. Die Menschen dort sind besonders auf unsere Solidarität angewiesen.“ Auch Rudi Frick, Vorsitzender von AWO International, bittet die Mitglieder um großzügige Spenden für einen erfolgreichen Hilfseinsatz von AWO International in Haiti, denn: „Es wird noch lange Zeit internationale Hilfe und Finanzmittel erfordern, bis sich die Lage in Haiti wieder normalisiert.“

 

Spendenkonto:

AWO International e.V.
Stichwort „Erdbeben auf Haiti“
Spendenkonto 10 11 12
Bank für Sozialwirtschaft,
BLZ: 100 205 00

Weitere Infos: http://www.awointernational.de

Impressum