Kreis Herford, 16.10.2009

Kids & Co | Reise & Kur | Bildung | Senioren | Wir helfen | Kreisverband

Kreisverband Herford e.V. Hermannstraße 10
32130 Enger  
Telefon (05224) 91234-0
Fax (05224) 91234-25

Kontaktformular
Home > Kreisverband > Archiv > 2009 > Kreis Herford, 16.10.2009
 

AWO-Pflegekinderdienst beginnt seine Arbeit: Pflegefamilien im Kreis Herford gesucht

Seit ein paar Tagen ist es amtlich. Die AWO organisiert ab sofort den Pflegekinderdienst im Auftrag des Kreisjugendamtes.

„Zum Beispiel suchen wir Familien, die Kinder und Jugendliche aufnehmen“, sagt Sabine Eicker, Leiterin des Pflegekinderdienstes. Nicht nur herkömmliche Familien dürfen erzieherische Verantwortung übernehmen, sondern auch Paare, Singles oder Lebensgemeinschaften. Es gibt mehrere Gründe, warum Mädchen und Jungen nicht bei ihren leiblichen Eltern bleiben: Meistens können oder wollen die nicht ihre elterlichen Aufgaben erfüllen; teilweise haben die Kinder Gewalt oder Vernachlässigung erfahren. Für manche Betroffene ist deshalb die Pflegefamilie die beste Alternative. Hier finden sie stabile Strukturen, erfahren Zuwendung und bekommen die nötige Förderung.

Es gibt zeitlich befristete und dauerhafte Aufnahmen bei Pflegeeltern. „Natürlich braucht jedes Kind die Pflegefamilie, die zu ihm passt. Deshalb qualifizieren wir die Pflegeeltern und bereitet eine Vermittlung sorgfältig vor“, erklärt Diplom-Sozialpädagogin Eicker. Auch danach werden die Pflegeeltern, von denen die AWO bereits 66 aus dem Kreis Herford in ihrer Kartei hat, nicht alleine gelassen. „Wir beraten und begleiten die Familien. Unser Pflegekinderdienst ist in allen Situationen für die Pflegeeltern da, im normalen Alltag und in Konfliktsituationen. Außerdem sorgen wir für Kontakt und Erfahrungsaustausch mit anderen Pflegefamilien“, sagt AWO-Kreisvorsitzender Norbert Wellmann.

Wer ein Pflegekind aufnehmen möchte, sollte vor allem Freude am Zusammenleben mit Kindern haben. Außerdem sollte man tolerant und offen sein und Belastungen aushalten können. Ein Pflegekind bringe auf alle Fälle Veränderungen mit sich, erklärt Eicker. Das sei manchmal unbequem, biete aber auch die Chance, ganz neue Seiten an sich zu entdecken. Auch AWO-Kreisgeschäftsführer Günter Busse macht möglichen Kandidaten Mut: „Wir suchen die Pflegekinder und Pflegeeltern, die zueinanderpassen, denn ihr neues Leben soll beiden Freude machen.“ Wenn es möglich ist, sollte es auch Kontakte mit den leiblichen Eltern des Pflegekindes geben. Denn dort hat das Kind seine Wurzeln und die sollen entweder erhalten oder in Erinnerung bleiben. „Pflegekinder sind Kinder mit zwei Familien“, erklärt Eicker.

Der Pflegekinderdienst mit zurzeit drei Mitarbeiterinnen hat seine Büro- und Schulungsräume im AWO-Begegnungszentrum Oetinghausen. Für den 31. Oktober ist hier ein erstes Treffen der Pflegeeltern geplant.

Foto: Diplom-Sozialpädagogin Sabine Eicker leitet den Pflegekinderdienst. Mit auf dem Foto sind AWO-Kreisvorsitzender Norbert Wellmann (Mitte) und AWO-Kreisgeschäftsführer Günter Busse.

 

Weitere Infos:
Telefon (05221) 2758207

 

Impressum