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AWO-Pflegekinderdienst beginnt seine Arbeit:
Pflegefamilien im Kreis Herford gesucht |
Seit
ein paar Tagen ist es amtlich. Die AWO organisiert ab sofort den
Pflegekinderdienst im Auftrag des Kreisjugendamtes.
„Zum Beispiel suchen wir Familien, die Kinder und
Jugendliche aufnehmen“, sagt Sabine Eicker, Leiterin des
Pflegekinderdienstes. Nicht nur herkömmliche Familien dürfen erzieherische
Verantwortung übernehmen, sondern auch Paare, Singles oder
Lebensgemeinschaften. Es gibt mehrere Gründe, warum Mädchen und Jungen nicht
bei ihren leiblichen Eltern bleiben: Meistens können oder wollen die nicht
ihre elterlichen Aufgaben erfüllen; teilweise haben die Kinder Gewalt oder
Vernachlässigung erfahren. Für manche Betroffene ist deshalb die
Pflegefamilie die beste Alternative. Hier finden sie stabile Strukturen,
erfahren Zuwendung und bekommen die nötige Förderung.
Es gibt zeitlich befristete und dauerhafte Aufnahmen
bei Pflegeeltern. „Natürlich braucht jedes Kind die Pflegefamilie, die zu
ihm passt. Deshalb qualifizieren wir die Pflegeeltern und bereitet eine
Vermittlung sorgfältig vor“, erklärt Diplom-Sozialpädagogin Eicker. Auch
danach werden die Pflegeeltern, von denen die AWO bereits 66 aus dem Kreis
Herford in ihrer Kartei hat, nicht alleine gelassen. „Wir beraten und
begleiten die Familien. Unser Pflegekinderdienst ist in allen Situationen
für die Pflegeeltern da, im normalen Alltag und in Konfliktsituationen.
Außerdem sorgen wir für Kontakt und Erfahrungsaustausch mit anderen
Pflegefamilien“, sagt AWO-Kreisvorsitzender Norbert Wellmann.
Wer ein Pflegekind aufnehmen möchte, sollte vor
allem Freude am Zusammenleben mit Kindern haben. Außerdem sollte man
tolerant und offen sein und Belastungen aushalten können. Ein Pflegekind
bringe auf alle Fälle Veränderungen mit sich, erklärt Eicker. Das sei
manchmal unbequem, biete aber auch die Chance, ganz neue Seiten an sich zu
entdecken. Auch AWO-Kreisgeschäftsführer Günter Busse macht möglichen
Kandidaten Mut: „Wir suchen die Pflegekinder und Pflegeeltern, die
zueinanderpassen, denn ihr neues Leben soll beiden Freude machen.“ Wenn es
möglich ist, sollte es auch Kontakte mit den leiblichen Eltern des
Pflegekindes geben. Denn dort hat das Kind seine Wurzeln und die sollen
entweder erhalten oder in Erinnerung bleiben. „Pflegekinder sind Kinder mit
zwei Familien“, erklärt Eicker.
Der Pflegekinderdienst mit zurzeit drei
Mitarbeiterinnen hat seine Büro- und Schulungsräume im AWO-Begegnungszentrum
Oetinghausen. Für den 31. Oktober ist hier ein erstes Treffen der
Pflegeeltern geplant.
Foto: Diplom-Sozialpädagogin Sabine Eicker leitet
den Pflegekinderdienst. Mit auf dem Foto sind AWO-Kreisvorsitzender Norbert
Wellmann (Mitte) und AWO-Kreisgeschäftsführer Günter Busse. |