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„Wir
beobachten, dass Eltern verunsichert sind“, erzählt Gisela Kucknat. Die Pädagogin
organisiert im Kreis Herford und Bad Salzuflen Elternkurse für das
Familienbildungswerk der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Kucknat: „Im Sinne der
Prävention wollen wir allen Eltern eine Begleitung anbieten, bevor größere
Erziehungsprobleme entstehen.“
Erziehungskompetenz, Respekt und Achtsamkeit
gegenüber den Bedürfnissen des Kindes sind nicht angeboren, sie müssen
vermittelt werden. Allerdings ist die Gesellschaft im Wandel und die
traditionellen Formen des Zusammenlebens lösen sich zunehmend auf. Das macht
die Erziehung nicht einfacher. Heute gibt es vielfältige Formen des
Zusammenlebens von Alleinerziehenden bis zur sogenannten Patchworkfamilie;
immer seltener gibt es die klassischen Mehrgenerationenfamilien und gewachsene
Nachbarschaften.
Eltern seien oftmals verunsichert wegen
fehlender Vorbilder und durch die medial-inszenierten „Supernannys“, sagt
Sozialpädagogin Sabine Eicker, die für die AWO mehrere Kurse leitet. „Es
gibt viele Mütter und Väter, die richtig handeln, aber sie wissen es
nicht“, so Eicker. In den Elternkursen finden die Teilnehmer Antworten auf
viele Erziehungsfragen und bekommen wertvolle Tipps für den Alltag. „Jeder
Kurs ist ein bisschen anders“, sagt Eicker, denn das Kurskonzept ermögliche,
dass man jedes Mal die konkreten Wünsche der Teilnehmer berücksichtige.
Insgesamt organisierte die AWO in den
vergangenen zwei Jahren zehn Kurse unter dem Motto „Handwerkszeug für Eltern
– damit der Familienalltag (noch) besser gelingt“. Die Resonanz war
unterschiedlich. In manchen Orten waren die Kurse sofort ausgebucht, in anderen
mussten sie mangels Teilnehmerzahl ausfallen. Besonders erfolgreich waren die
Kurse beispielsweise in Kirchlengern-Südlengern. Dort treffen sich seitdem die
Teilnehmer in Eigenregie weiter und organisieren Veranstaltungsabende zu pädagogischen
Themen. Außerdem gründeten in Löhne nach einem Kurs mehrere Mütter und Väter
einen Elternstammtisch.
Sehr gut besucht waren auch die Kurse in Bad
Salzuflen, wo anschließend zusätzliche Kurse mit dem Titel „Handwerkszeug für
Kinder“ folgten. Weitere Kurse gab es in Herford und Spenge. Allerdings kam
in Vlotho 2007 ein Angebot mangels Teilnehmer nicht zustande.
Auf Anfrage gibt das Familienbildungswerk gerne Auskünfte zu den Kursen und
Terminen. Auf Wunsch, beispielsweise von Familienzentren, Kindertagesstätten
und Schulen, organisiert die AWO auch zusätzliche Kurse.
Foto: Sabine Eicker (links) und Gisela
Kucknat organisieren Elternkurse.
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