Mennighüffen, 24.05.2007

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Ein Jahr Senioren-Hausgemeinschaften in Mennighüffen

 

Vor einem Jahr galten sie als eine Art „Neuland“: die Senioren-Hausgemeinschaften der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sowohl der Wohltätigkeitsverband, die Mitarbeiter und die Senioren wagten etwas Neues. Inzwischen sind fast alle Zimmer in dem Neubau am Mennighüffer Badeweg bezogen. Jetzt zog die AWO aus Sicht der Mitarbeiter eine Zwischenbilanz.

Die Arbeit sei ganz anders als in anderen Einrichtungen, so der einhellige Tenor. Zurzeit gehören 28 Frauen und Männer zum Betreuerteam. Manche sind in der Pflege tätig, andere unterstützen als so genannte Präsenzkräfte die Senioren beispielsweise beim Kochen und Waschen. „Kein Mieter ist eine Nummer“, sagt Präsenzkraft Klaudia Bobe. „Das ist hier wie eine große Familie. Vor jedem Zimmer steht ein Name. Das ist mir zu Herzen gegangen“. Seit einem halben Jahr arbeitet Bobe am Badeweg. 

„Hier bleibt die Individualität gewahrt“, bestätigt Marion Müller. In Absprache könnten die Senioren auch zu anderen Zeiten als üblich morgens aufstehen oder mittags essen. „Ich musste mich zunächst daran gewöhnen, aber das gefällt mir sehr gut“, so Marion Müller. Die Pflegekraft arbeitete zuvor viele Jahre in einer stationären Einrichtung. Doch auch in den Senioren-Hausgemeinschaften ist die Zeit der Pflegekräfte knapp bemessen. „In den ersten drei Monaten war das noch ganz anders“, erinnert sich Beate Jungmann. „Damals lebten erst ein paar Senioren hier und das war ein ganz gemütliches Arbeiten.“ Heute gäbe es zwischendurch auch schon mal stressige Phasen.

Als zentrale Treffpunkte hätten sich die drei großen Wohnküchen bewährt, so Cornelia Crummenerl. Sie seien sehr beliebt in der jeweiligen Gemeinschaft. Auch Angehörige halten sich hier auf. „Oft gibt es einen angeregten Plausch zwischen den Generationen“, erzählt Crummenerl. „Es gab sogar schon mal gemeinsame Grillfeiern von Angehörigen und Senioren, dann allerdings draußen im Garten.“

Die AWO entwickelte das Angebot für ältere Menschen, die ständige Pflege und Betreuung benötigen, aber nicht in eine stationäre Einrichtung möchten. Gepflegt werden Menschen aller Pflegestufen. In den drei Hausgemeinschaften leben jeweils bis zu zehn Senioren. Sie haben jeweils ihre „eigenen vier Wände“ gemietet. Somit hat bei diesem Pflegemodell jeder ein eigenes Zimmer mit Bad. Die Wohnküche und weitere Räume nutzen die Senioren gemeinsam. Die Haushaltsführung, eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sowie persönliche Hilfen und Pflegeleistungen werden mit dem Löhner Pflegedienst der AWO organisiert.

Foto oben: Detailansicht vom Neubau der Senioren-Wohngemeinschaft

Foto unten: Gute Stimmung innerhalb des Teams: (Foto von links) Marion Müller, Hannelore Nowack, Carola Bekemeier, Bärbel Stohlmann, Ramona Uphaus, Jan Hendrik Weiser und Cornelia Crummenerl in einer Wohnküche.

 

 

 

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