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Vor
einem Jahr galten sie als eine Art „Neuland“: die
Senioren-Hausgemeinschaften der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sowohl der Wohltätigkeitsverband,
die Mitarbeiter und die Senioren wagten etwas Neues. Inzwischen sind fast alle
Zimmer in dem Neubau am Mennighüffer Badeweg bezogen. Jetzt zog die AWO aus
Sicht der Mitarbeiter eine Zwischenbilanz.
Die Arbeit sei ganz anders als in anderen Einrichtungen, so der einhellige
Tenor. Zurzeit gehören 28 Frauen und Männer zum Betreuerteam. Manche sind in
der Pflege tätig, andere unterstützen als so genannte Präsenzkräfte die
Senioren beispielsweise beim Kochen und Waschen. „Kein Mieter ist eine
Nummer“, sagt Präsenzkraft Klaudia Bobe. „Das ist hier wie eine große
Familie. Vor jedem Zimmer steht ein Name. Das ist mir zu Herzen gegangen“.
Seit einem halben Jahr arbeitet Bobe am Badeweg.
„Hier bleibt die Individualität gewahrt“, bestätigt
Marion Müller. In Absprache könnten die Senioren auch zu anderen Zeiten als
üblich morgens aufstehen oder mittags essen. „Ich musste mich zunächst
daran gewöhnen, aber das gefällt mir sehr gut“, so Marion Müller. Die
Pflegekraft arbeitete zuvor viele Jahre in einer stationären Einrichtung. Doch
auch in den Senioren-Hausgemeinschaften ist die Zeit der Pflegekräfte knapp
bemessen. „In den ersten drei Monaten war das noch ganz anders“, erinnert
sich Beate Jungmann. „Damals lebten erst ein paar Senioren hier und das war
ein ganz gemütliches Arbeiten.“ Heute gäbe es zwischendurch auch schon mal
stressige Phasen.
Als
zentrale Treffpunkte hätten sich die drei großen Wohnküchen bewährt, so
Cornelia Crummenerl. Sie seien sehr beliebt in der jeweiligen Gemeinschaft.
Auch Angehörige halten sich hier auf. „Oft gibt es einen angeregten Plausch
zwischen den Generationen“, erzählt Crummenerl. „Es gab sogar schon mal
gemeinsame Grillfeiern von Angehörigen und Senioren, dann allerdings draußen
im Garten.“
Die AWO entwickelte das Angebot für ältere Menschen, die
ständige Pflege und Betreuung benötigen, aber nicht in eine stationäre
Einrichtung möchten. Gepflegt werden Menschen aller Pflegestufen. In den drei
Hausgemeinschaften leben jeweils bis zu zehn Senioren. Sie haben jeweils ihre
„eigenen vier Wände“ gemietet. Somit hat bei diesem Pflegemodell jeder ein
eigenes Zimmer mit Bad. Die Wohnküche und weitere Räume nutzen die Senioren
gemeinsam. Die Haushaltsführung, eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sowie persönliche
Hilfen und Pflegeleistungen werden mit dem Löhner Pflegedienst der AWO
organisiert.
Foto oben: Detailansicht vom Neubau der
Senioren-Wohngemeinschaft
Foto unten:
Gute Stimmung innerhalb des Teams: (Foto von links)
Marion Müller, Hannelore Nowack, Carola Bekemeier, Bärbel Stohlmann, Ramona
Uphaus, Jan Hendrik Weiser und Cornelia Crummenerl in einer Wohnküche.
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