Oetinghausen, 05.04.2007

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Mit "Kniffel" das Gedächtnis schulen: Ein Beispiel aus der Tagespflege

 

Nur ganz wenige Menschen können bis ins hohe Alter alleine leben. Manchmal werden sie dabei durch Angehörige unterstützt. Die meisten brauchen jedoch früher oder später professionelle Hilfe. Die Senioren-Tagespflege gehört zu den Alternativen zwischen ambulantem Pflegedienst und stationärem Pflegeheim. Beispielsweise hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eine Tagespflege im Begegnungszentrum Oetinghausen.

„Wir arbeiten sehr individuell, weil sehr viele demente Menschen hier sind“, erzählt die Leiterin der AWO-Tagespflege Christiane Schröter. Die Demenz, die umgangssprachlich auch oft als „Verwirrtheit“ bezeichnet wird, ist bei den betroffenen Senioren unterschiedlich stark ausgeprägt. Manche sind einfach nur sehr vergesslich, andere finden sich selbst zu Hause nicht mehr zurecht. Die Tagespflege soll dazu beitragen, dass die Menschen möglichst lange in ihrem sozialen Umfeld leben können. Beispielsweise bleiben die Senioren bei ihrer Familie wohnen. Jedoch können sie wochentags von acht bis 16.30 Uhr die Tagespflege besuchen. Christiane Schröter: „Manche kommen täglich, andere nur ein paar Stunden oder Tage pro Woche.“

Die Senioren erhalten in der Einrichtung ein festes Rahmenprogramm. Dazu gehören Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskaffee. Außerdem gibt es allerlei Abwechslung durch gemeinsame Aktivitäten wie Gedächtnistraining, Kochen, Singen und Spiele. Im Moment stehe das Würfelspiel „Kniffel“ bei den Senioren ganz hoch im Kurs, erzählt Christiane Schröter. Vor allem bei schönem Wetter gehören auch Spaziergänge an der frischen Luft zum Programm. In Oetinghausen werden die Tagesgäste zum Laufen und Bewegen motiviert, frei nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“. Zwischendurch gibt es erholsame Pausen. Dafür stehen mehrere gemütliche Polstersessel zur Verfügung.

Bei der Tagespflege gibt es keinen „Gruppenzwang“. Einen Großteil der Arbeitszeit verwenden die Mitarbeiter auf die individuelle Betreuung. Dazu gehören pflegerische und körperhygienische Hilfen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt auf die Förderung der Kommunikation. Beispielsweise gibt es aktivierende Gespräche in Kleinstgruppen oder zu zweit. Christiane Schröter: „Wir unterhalten uns mit den Tagesgästen und hören gerne zu, auch wenn sie uns eine Geschichte schon oft erzählt haben. Diese Erinnerungen sind kostbar und wir wollen versuchen sie zu erhalten.“

In der Tagespflege Oetinghausen ist die Teilnehmerzahl übersichtlich. Bis zu zwölf Gäste sind täglich da. In Absprache mit der Einrichtung werden die Frauen und Männer zu bestimmten Zeiten von Angehörigen oder von einem AWO-Fahrdienst gebracht und abgeholt.

 

Weitere Auskünfte erteilt Christiane Schröter, Telefon (05221) 66565.

 

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