|
Mit "Kniffel" das Gedächtnis schulen: Ein Beispiel aus der
Tagespflege
|
Nur
ganz wenige Menschen können bis ins hohe Alter alleine leben. Manchmal werden
sie dabei durch Angehörige unterstützt. Die meisten brauchen jedoch früher
oder später professionelle Hilfe. Die Senioren-Tagespflege gehört zu den
Alternativen zwischen ambulantem Pflegedienst und stationärem Pflegeheim.
Beispielsweise hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eine Tagespflege im
Begegnungszentrum Oetinghausen.
„Wir arbeiten sehr individuell, weil sehr viele demente
Menschen hier sind“, erzählt die Leiterin der AWO-Tagespflege Christiane
Schröter. Die Demenz, die umgangssprachlich auch oft als „Verwirrtheit“
bezeichnet wird, ist bei den betroffenen Senioren unterschiedlich stark ausgeprägt.
Manche sind einfach nur sehr vergesslich, andere finden sich selbst zu Hause
nicht mehr zurecht. Die Tagespflege soll dazu beitragen, dass die Menschen möglichst
lange in ihrem sozialen Umfeld leben können. Beispielsweise bleiben die
Senioren bei ihrer Familie wohnen. Jedoch können sie wochentags von acht bis
16.30 Uhr die Tagespflege besuchen. Christiane Schröter: „Manche kommen täglich,
andere nur ein paar Stunden oder Tage pro Woche.“
Die Senioren erhalten in der Einrichtung ein festes
Rahmenprogramm. Dazu gehören Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskaffee.
Außerdem gibt es allerlei Abwechslung durch gemeinsame Aktivitäten wie Gedächtnistraining,
Kochen, Singen und Spiele. Im Moment stehe das Würfelspiel „Kniffel“ bei
den Senioren ganz hoch im Kurs, erzählt Christiane Schröter. Vor allem bei
schönem Wetter gehören auch Spaziergänge an der frischen Luft zum Programm.
In Oetinghausen werden die Tagesgäste zum Laufen und Bewegen motiviert, frei
nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“. Zwischendurch gibt es erholsame
Pausen. Dafür stehen mehrere gemütliche Polstersessel zur Verfügung.
Bei der Tagespflege gibt es keinen „Gruppenzwang“.
Einen Großteil der Arbeitszeit verwenden die Mitarbeiter auf die individuelle
Betreuung. Dazu gehören pflegerische und körperhygienische Hilfen. Außerdem
liegt ein Schwerpunkt auf die Förderung der Kommunikation. Beispielsweise gibt
es aktivierende Gespräche in Kleinstgruppen oder zu zweit. Christiane Schröter:
„Wir unterhalten uns mit den Tagesgästen und hören gerne zu, auch wenn sie
uns eine Geschichte schon oft erzählt haben. Diese Erinnerungen sind kostbar
und wir wollen versuchen sie zu erhalten.“
In der Tagespflege Oetinghausen
ist die Teilnehmerzahl übersichtlich. Bis zu zwölf Gäste sind täglich da. In
Absprache mit der Einrichtung werden die Frauen und Männer zu bestimmten
Zeiten von Angehörigen oder von einem AWO-Fahrdienst gebracht und abgeholt.
|